Wie alles begann...





Kapitelauswahl:


Meine erste Reitstunde
Das erste Morgan Foto
Kontaktaufnahme mit der DMHA
Das Morganhorsetreffen in Thüringen
Unser erster Besuch bei Susen Fischer
Besuch mit Kindern bei Eva Stock
Pferdekauf
Die Zeit bis zum "Umzug"



 

Im November 2004, mit schon 28 Jahren , nahm ich meine erste Reitstunde in einem "Hausfrauenkurs" bei einem Ponyhof hier im Ort, wobei ich wohl leider ein nicht so hausfrauentaugliches Pferd zugewiesen bekam. Im Leichttraben an der Longe rutschte ich jedenfalls seitwärts herunter und fiel so unglücklich, dass ich mir meinen rechten Arm brach. Da stand ich nun mit zwei kleine Kindern (eins war gerade zwei Wochen abgestillt) und meinen Haushalt, den ich mit nur einer Hand ja auch nicht bewältigen konnte. Gott sei Dank sprang meine Schwiegermutter oftmals ein und so hatte ich Zeit und Muße, mich ganz auf meine Heilung und aufs Lesen zu konzentrieren. Ich besorgte mir also jede Menge Literatur zum Thema Reiten und Pferde, denn in einem war ich mir sicher: so unvorbereitet setzte ich mich nie wieder auf ein Pferd. Daß ich wieder aufsteigen wollte, stellte sich erst gar nicht zur Debatte.
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  Mein erstes Morgan Horse sah ich also im Januar 2005 in einem Pferdebuch, "Charakterpferde, Pferde mit Charakter" von Katharina von der Leyen. Ich war sofort begeistert. Der Text, in dem es hieß, dass man mit Morgans quasi alles machen kann, was irgendwie mit Pferden zusammenhängt und dabei stets willig, freundlich und ruhig ist, beeindruckte mich ebenso wie das abgebildete Foto des Hengstes Serenity Marchtime (Vigilmarch x Triwana). Spontan sagte ich zu meinem Mann: "Sollten wir uns jemals ein eigenes Pferd kaufen, dann nur einen Morgan!"
serenity
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  Ich recherchierte also fleißig im Internet nach dieser Rasse und schon bald wurde ich mit der Homepage von Regina Reiter fündig. All die tollen Bilder! Und, vor allem, alle in Deutschland! Ich suchte mir also auf der Mitgliederliste denjenigen heraus, der am wenigsten von uns entfernt wohnt und rief bei Franziska Wiedemann an. Sie hatte zu dem Zeitpunkt zwar keinen Morgan, leitete aber meine Telefonnummer an die damalige Interessentenbetreuerin Regina Reiter weiter. Regina lud mich gleich auf das Jahrestreffen der DMHA im Mai in Thüringen auf dem Gestüt Hof Boxberg ein und ich sagte begeistert zu. Ich gehöre allerdings nicht so unbedingt zu den geduldigsten Menschen und so konnte ich unmöglich noch vier Monate warten, bis ich ein echtes Morgan Horse sah. Ich rief also Sylke Buck in Hannover an, die so freundlich war, uns ihre damals dreijährige Stute Rain Immortal Moon und ihren ebenfalls dreijährigen Hengst Castle King Magic Eternity zu zeigen.
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  Nach diesem " Appetithappen" in Sachen Morgan konnte ich den Mai nun erst recht nicht mehr abwarten. Nachdem wir schon einige Tage Urlaub in der Nähe von Eisenach gemacht hatten, trafen wir dann endlich samstags morgens auf dem GHB ein und hatten im Laufe des Tages die Möglichkeit, uns nicht nur die Reitvorführungen anzusehen, sondern auch mit diversen Besitzern persönlich zu sprechen. Alles was wir hörten bestärkte uns nur in unserem Entschluß, auch einen Morgan haben zu wollen.

Natürlich waren mein Mann (den ich inzwischen auch zum "Reitertum" bekehrt hatte) und ich noch blutige Anfänger, und so wollten wir noch drei Jahre warten und uns dann ein dreijähriges Pferd kaufen. Damit wir einen besseren Überblick über die Pferde hier in Deutschland bekämen, wollten wir möglichst auch alle Züchter aufsuchen.
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  So kam es dann, dass wir nach unzähligen Stunden äußerst netter Telefoniererei mit Frau Fischer senior endlich einmal dazu kamen, die Glenmorgan Farm von Susen Fischer in Hamburg zu besuchen. Obwohl wir wirklich nur " mal gucken" wollten, wurden wir so herzlich aufgenommen, als wenn wir zur Familie gehörten. Susen führte uns all ihre Pferde vor und wir durften mit auf die Koppel zu einer ausgiebigen Schmusestunde.
susen
Hier standen der Wallach Don Callisto, die Stute Amazing Grace und ein kleines Hengstfohlen, dass bis dahin noch keinen Namen hatte. Gracie, Karlchen und der Kleine sind wohl so sehr Morgan, wie es nur geht. Während eine Warmblutstute, die zu dieser Herde gehört, geruhsam in der entferntesten Ecke der Weide graste, hatten wir alle Mühe, dass die Drei uns nicht in die Hosentasche stiegen. Sie waren dabei nicht dreist oder ungezogen, sondern nur so neugierig und verschmust, dass wir alle Hände voll zu tun hatten, jedem auch ja die gleiche Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.
susen steffi
Nachmittags wollten wir dann noch eine Reitstunde bei Susen nehmen, um überhaupt schon einmal auf einem Morgan gesessen zu haben. Als Susen mir sagte, ich sollte dann schon mal ihren Deckhengst Glenmorgan Nyx Surprise aufhalftern und von der Weide holen, fragt ich sie ganz entsetzt, ob sie mich für lebensmüde hielt. Daß Nyx all diese Anfängerhampelei so bereitwillig mitmachen würde, hätte ich mir niemals träumen lassen.
markus
Brav wie ein Schoßhund ließ er sich führen, putzen und bekuscheln. Auch beim anschließenden Reiten zeigte er sich von unserem doch noch sehr groben Können völlig unbeeindruckt und war äußerst brav und kooperativ. Ich glaube, das Gefühl, Nyx reiten zu dürfen, werde ich meinen Lebtag nicht mehr vergessen; diese Kraft und Schönheit unter mir und die Vorstellung, wie viel mehr das Pferd kann als ich, schüchterte mich so sehr ein, dass ich , glaube ich, das Atmen völlig vergaß. Ich wusste plötzlich ganz sicher: genau so ein Pferd will ich auch.
nyx
An Finley habe ich dabei noch gar nicht gedacht, hatte Susen doch auch schon eine Interessentin für ihn. Außerdem wollte ich ja noch gar kein Pferd, ich hätte es ja eh noch nicht reiten können. Besser, noch drei Jahre warten und dann ein gerade eingerittenes Pferd kaufen. Wie unlogisch diese Idee war, ist mir so gar nicht aufgefallen. Wir trennten uns also nach etlichen Stunden Fachsimpelei mit dem Versprechen, in Zukunft in Kontakt zu bleiben.
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  Einige Wochen später dann besuchten wir die Morganzucht Edelhof Morgans von Eva Stock in Homberg/ Ohm, die uns ihre Stute KLN Command be Magic und die Stute ihres Mannes, KLN Bandora zeigte. BMF Pride & Joy war zu dieser Zeit schon nach Schweden zu Anneli Sätter-Wangenfors verlaest. Hier durften wir wieder reiten und da wir unsere Töchter dabeihatten, mussten die Beiden natürlich auch aufs Pferd. Daß Morgans ausgesprochen kinderlieb sind, zeigte sich spätestens, als unsere Sarah mir Evas Anne zwischen den Beinen von Magic und Bandy Fangen und Verstecken spielten. Als wir einen kurzen Spaziergang machten, durften die Kinder zu dritt auf Bandys Rücken sitzen, die völlig scheufrei auch im Straßenverkehr ging.
bandy magic

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  Der Wunsch, ein eigenes Morgan Horse zu besitzen wurde immer größer und drei Jahre schienen mir da doch eine sehr lange Zeit. Ich sah mir also die ca. 300 Fotos und das Video von Susens Pferden immer wieder an und da ich sowieso einen Morgan aus ihrer Zucht kaufen wollte, rief ich sie an, um zu fragen, ob das kleine Hengstfohlen noch zu verkaufen wäre. Sie bejahte und nachdem wir alle Modalitäten beredet hatten, unterschrieb ich am 5. Dezember 2005 meinen ersten Pferdekaufvertrag. Finny, wie der Kleine inzwischen getauft war, sollte noch bis zum Frühjahr bei Susen bleiben, da ich vorher noch keine Möglichkeit hatte, ihn unterzustellen.
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  Der Winter war extrem kalt und schneereich, so dass wir erst Ende Januar wieder dazu kamen, nach Hamburg zu fahren und Susen und Finny zu besuchen. Schon vor der letzten Autobahnausfahrt hielt es mich kaum noch auf dem Sitz, so aufgeregt war ich, "meinen" Kleinen zu sehen. Als wir dann endlich ankamen, stürzte ich sofort auf die Weide, um ihn zu streicheln. Mit dem Winterfell war er puschelig wie ein Kaninchen und fühlte sich einfach nur toll an.
putz
Wir standen also den ganzen Tag bei Minusgraden auf der Weide und unterhielten uns vorzüglich mit Pferdstreicheln und Pferdegesprächen. Völlig beseeligt fuhren wir dann abends gen Heimat und hatten wieder unzählige Fotos im Gepäck, die für die kommenden zwei Monate reichen mussten. Natürlich telefonierten Susen und ich regelmäßig, damit ich über jeden Fortschritt unterrichtet war und so entwickelte sich mit der Zeit eine wirklich tolle Freundschaft.
steffi steffi
Am 3. April holten wir Finley dann ab und jetzt brauche ich nicht mehr von meinem Traumpferd zu fantasieren, sondern kann ihn ganz einfach besuchen fahren, wann immer mir danach ist. Noch nicht eine Minute habe ich es bereut, dieses Pferd gekauft zu haben, das mein Leben jeden Tag aufs Neue so sehr bereichert.
steffi


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