Ausbildung





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Mein Onkel besaß einen wunderschönen Fuchswallach, einen Westfalen namens "Agent". Fast eine meiner ersten Erinnerungen ist das Bild dieses Pferdes, dessen rotes, glänzendes Fell in der Sonne Funken sprüht, während er mit hoch erhobenem Schweif und geblähten Nüstern über seine Weide trabt. Ich weiß noch genau, wie samten sein Maul war, wenn er einen Apfel aus meiner Hand fraß, wie beeindruckt ich war, wenn mein Onkel ihn arbeitete. Ich konnte ihn stundenlang nur beobachten, seine Schönheit, seine Grazie, sein Temperament und seine schiere Körperlichkeit, all das fand ich wunderbar. Mein Onkel, mittlerweile in den Siebzigern und sein ganzes Leben, er wuchs in Ostpreußen auf einem Gut auf, passionierter Reiter, Kutschfahrer und Pferdenarr erzählt heute noch von diesem Pferd, das er nach wie vor als den besten Freund , den er jemals hatte betitelt. Ich glaube, das hat mein Bild von der Beziehung Mensch/Pferd ganz wesentlich beeinflusst.


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Mein absolutes Traumpferd: Glenmorgan Final Hylight

Als ich ungefähr sechs Jahre alt war ließen sich meine Eltern dann schließlich dazu überreden, mich zur Voltigierstunde zu fahren. Darauf folgte ganz konventioneller Unterricht in der Gruppenreitstunde auf Schulponys und -pferden, bis ich schließlich im Zuge von Abitur und Studium und dann meiner Familiengründung keine Zeit mehr für das Reiten hatte.
Wenige Monate nach der Geburt meiner jüngsten Tochter dann entschied ich, dass es unbedingt Zeit würde, wieder Stallluft zu schnuppern und fing wieder mit konventionellem Reitunterricht in dem Stall meiner Kindheit an. Doch schon nach kurzer Zeit merkte ich, dass ich nicht wirklich glücklich damit war. .

Ich wollte definitiv etwas anderes als nur außen herum reiten, einfach mehr. Ich interessierte mich für Horsemanship, Bodenarbeit, Longieren, Verladetraining- der zu der Zeit absolvierte Basispass Pferdekunde der FN war da schon einmal ein erster Einstieg. Doch schon bald war mir klar: ich wollte ein eigenes Pferd, was all diese Sachen erlernen sollte.
Schon einige Zeit vorher war mir ein Buch in die Hände gefallen,, in dem verschiedene Pferderassen beschrieben wurden. Besonders eine Beschreibung fesselte mich spontan: die des Morgan Horses. Diese Pferde wurden als sehr menschenbezogen, äußerst vielseitig und an allem Neuen interessiert beschrieben, erfolgreich in allen Sparten der Reiterei, Familienpferde mit Lust auf Abwechslung und dazu noch mit wunderschönem Äußeren, wie kompaktem Gebäude und langem, oft lockigem Behang.


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Serenity March Time , der Morgan Horse Hengst aus dem Buch

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So typisch Morgan Horse, wie es nur geht: Finn aka.Glenmorgan Final Hylight

Nach einigen Umwegen kam ich so auf die Glenmorgan Farm von Susen Fischer-Henkel in Hamburg, die seit mehr als zwanzig Jahren Morgan Horses züchtet, ausbildet und verkauft. Susen selbst ist Ritterin der Akademischen Reitkunst nach Bent Branderup. Sie bildete ihren eigenen Deckhengst Glamorgan Damien bis zur Levade an der Hand und unter dem Sattel aus und wir waren mehr als überrascht, als sie uns eine kleine Kostprobe von Damiens Können gab- lediglich mit einem Halfter und einer Handgerte, auf der Weide, inmitten der Zuchtstuten und Fohlenherde. Der Hengst zeigte eine vorbildliche Piaffe, die Schulparade und schließlich, auf Stimmkommando und ein leichtes Touchè hin sogar eine Levade. Für mich war eigentlich schon zu diesem Zeitpunkt beschlossen, dass dies genau mein Weg der Ausbildung sein sollte- und ich genau so ein Pferd auch haben wollte.

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Glamorgan Damien in der Schulparade

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Glamorgan Damien in der Levade


Als wir dann auch noch den Deckhengst und Körsieger Glenmorgan Nyx Surprise, einen Damien-Sohn und wunderschönen Fuchshengst reiten durften, war es beschlossene Sache: ich wollte auch ein Morgan Horse besitzen und zwar aus der Zucht der Glenmorgan Farm mit ihren in Deutschland einmaligen und selbst in Amerika besonderen Blutlinien. Leider gab es zu diesem Zeitpunkt außer einem fuchsfarbenen Hengstfohlen namens Glenmorgan Final Hylight aka. Finn keine Verkaufspferde und der kleine Hengst war schon reserviert. Wir fuhren also wieder heim mit der festen Absicht, regelmäßig wiederzukommen, um bei Susen Unterricht zu bekommen und mit ihren außergewöhnlichen Pferden zu arbeiten, auch wenn wir auf unser Wunschpferd wohl noch etwas warten mussten. Als ich wenige Wochen später hörte, dass der kleine Hengst nun doch zu verkaufen sei, konnte ich mein Glück kaum fassen und griff sofort zu - und habe es seitdem niemals bereut.


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Unser erstes Treffen: Finn und ich im Oktober 2005

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Glenmorgan Nyx Surprise, gekörter Deckhengst und Körsieger, Foto: Steffi Blochwitz

Seitdem war ich schon oft bei Susen, konnte mit ihren Schulhengsten an Lektionen der Hohen Schule an der Hand oder vom Sattel aus arbeiten, durfte mit den Junghengsten mein erworbenes Können erproben oder habe sie eingeladen, sich hier vor Ort seminarweise ein Bild von Finn und mir zu machen, den ich bis zum heutigen Tag komplett alleine ausgebildet habe. Mittlerweile arbeiten wir viel per Videokorrektur und ich komme mit Finn weiterhin gut voran.


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Renvers auf Nyx

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Langzügelarbeit mit Glamorgan Damien

Neben dieser nun schon seit Jahren für mich gut funktionierenden Ausbildungsweise habe ich, um mein Wissen über die Akademische Reitkunst zu vertiefen, regelmäßig seminarweise bei Bent Branderup gelernt und bilde mich auch mit Seminaren und Workshops bei anderen namhaften Trainern (z.B. Karin Kattwinkel, Peter Pfister, Bettina Schürer ) fort. Ergänzend zu diesen praktischen Übungen gehört meiner Meinung nach auch das Studium entsprechender Lektüre, mit der ich immer versuche, meinen Kenntnisstand zu erweitern. Obwohl ich den Satz: " Die Pferde waren meine besten Lehrer" schon in so vielen Büchern gelesen habe, möchte ich ihn hier doch wiederholen: Die Pferde, mit denen ich bisher arbeiten durfte, waren meine besten Lehrer und lehrten mich die unterschiedlichsten Dinge und vor allem ein flexibles Denken, das in der barocken Pferdeausbildung gefördert wird. So gibt es für uns nicht nur den einen Weg der Methodik, sondern das individuelle Ergebnis steht im Vordergrund
. Besonders die Ethik und die Historie haben mich schon seit meiner Jugend fasziniert und irgendwie scheint es nur eine Konsequenz meiner ursprünglichen Berufsausbildung ( Studium Pädagogik, Geschichte und Philosophie )zu sein, dass ich mich heute gerade mit der barocken Reitkunst beschäftige, die sowohl die körperliche, als auch die geistige Ausbildung des Pferdes besonders anspricht.



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Handarbeit mit Schulhengst Damien: Piaffe

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Doppellonge mit Glenmorgan Nyx Surprise


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Piaffe an der Hand mit schöner Hankenbeugung und Schwung ; Finn ist sechs Jahre alt.

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Aus der Pesade in die Courbette : Arbeit an der Hohen Schule Sommer 2011

Die Beziehung zu meinem Finn ist mittlerweile genau so, wie ich es mir immer gewünscht habe und obwohl er erst sechs Jahre alt ist, zeigt er selbst schwierige Lektionen wie Seitengänge, Traversalen, Pirouetten, einen wunderbar getakteten Schulschritt, wir arbeiten an den Halben Tritten und Finn zeigt schon einige Tritte in der Piaffe, sowie Pesaden an der Hand oder am Langzügel. Obwohl er mittlerweile auch ab und an geritten wird, liegt der Hauptfokus meiner Arbeit in allen Arbeitsweisen vom Boden aus, sei es die klassische Boden- und Handarbeit , die Arbeit an der Longe, der Doppellonge oder manchmal auch einfach nur ein wenig Trailarbeit an der Hand, immer mit dem Hauptaugenmerk auf die korrekte Gymnastizierung und Vertiefung der Ausbildung des Pferdes.


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Ausbildung am Langzügel: Glenmorgan Final Hylight mit fünf Jahren

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Piaffe im Schnee an Hand: Finn


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Pesade in der Freiarbeit

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Aus der Pesade in die Carriere: Spannung lösen


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Aus den Halben Tritten in den Aussengalopp: Handarbeti mit Finn im April 2012

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Wir feilen an der Schulparade: Erste Erfolge nach einem Monat Training an dieser Lektion Ende April 2012

Meiner Begeisterung für meinen Finn im speziellen und der Rasse des Morgan Horses im Ganzen habe ich mittlerweile durch diverse Publikationen in der Fachpresse z. T. auch im englischsprachigen Ausland und der Gründung und Etablierung des Projekt Germanmorganhorse, das inzwischen das größte private Projekt über das Morgan Horse in Europa ist, Ausdruck verliehen.

Ich freue mich ganz besonders, dass ich den Einen oder Anderen mittlerweile ( wieder ) auf den rechten Weg bringen konnte , festgefahrene Denkmuster abändern und zum Teil schon jahrelange Probleme verbessern oder beheben konnte und versuche stets, den für dieses Pferd/Reiter-Paar optimalen Weg zu finden, ob nun vom Sattel oder vom Boden aus. Mein Angebot an Unterricht in der barocken Pferdeausbildung findet man auf meiner Homepage www.barocke-pferdeausbildung.de

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Travers im Trab am Lanzügel

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Pesade an der Hand


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Bis bald!