Justins Vater: Glenmorgan Nyx Surprise (Foto: Steffi Blochwitz) | ![]() Justin mit seiner Mutter: Justin Chanting (Foto: Steffi Niggemeier) |
Meine Leidenschaft für Morgans begann in meiner Jugend, als ich im "Falken-Handbuch-Pferde" das ersten Mal einen
Morgan sah und die Rassebeschreibung las. Ich kann heute nicht mehr sagen, warum mich diese Rasse mehr als alle
anderen faszinierte. Eine Faszination, die mich nie wirklich losließ.
Meinen ersten Morgan - live - sah ich in den USA, als ich Freunde dort besuchte und an einem Ausritt teilnahm,
das war 1995. In dem Stall dort gab es auch einen Morgan, den man mir von der Weite zeigte.
Das nächste Mal bekam ich Morgans zu sehen, als ich am 1998 am Ende meines Studiums ein Monat in Cambridge,
Großbritannien, verbrachte und meinen Aufenthalt dort nutze, um mich nach Morgan Horse Farmen in der Umgebung
umzusehen. Ich stieß auf Tessa Reeves, David Baker und die Sealmasters Morgans von der "Wells Park Farm". Ich
wurde dort sehr freundlich aufgenommen, konnte endlich alle Fragen stellen, zahlreiche Morgans sehen und letztlich
sogar das erste (und leider bisher letzte) Mal auf einem Morgan reiten. Das T-Shirt von der MHA UK, das ich damals
geschenkt bekam, habe ich noch heute.
Das Internet war damals noch in den Kinderschuhen und ich kann mich noch an das erste Mal erinnern, als ich freien
Zugang zum Internet hatte: Ich war stundenlang wie gebannt, weil ich hier zahlreiche - allerdings fast ausschließlich
englische bzw. amerikanische oder kanadische - Seiten über das Morgan Horse fand. Im Vergleich zu den spärlichen
Informationen, die ich bisher in Büchern bzw. Zeitschriften fand, kam ich mir vor, wie ein hungernder Mensch,
der erstmals vor einer vollen Tafel saß.
Die Zeit verging und den nächsten Kontakt hatte ich dann über Dr. Regina Wagner, die ich im Waldviertel
(im Norden Österreichs) besuchte, um mir die ersten Morgans in Österreich anzusehen! Die ersten Pferde,
die sie importiert hatte, waren zwar nicht genau der Typ Morgan, der mir zusagte, aber mit der Zeit und
vor allem mit ihrem später angeschafften Deckhengt Jake änderte sich das.
Ich hatte mir mittlerweile meinen Traum vom eigenen Pferd erfüllt. Es war allerdings kein Morgan, weil
ich angesichts meiner damaligen finanziellen Verhältnisse keine Chance sah, einen Morgan aus der USA
oder Kanada zu importieren. Mozart´s Tamino war eine Lipizzaner Kreuzung, den ich 6 jährig - total veritten -
zu einem Spottpreis erwarb. Ich verbrachte 6 sehr schöne Jahre mit ihm, am Boden war er ein Traumpferd und es
gab einige Momente in seinem Sattel, die ebenfalls für mich unvergessliche waren. Er war wahnsinnig sensibel
und die wenigen Male, die er mit mir "tanzte", waren unvergesslich.
Aufgrund der Tatsache, dass ich - nach vielen gefährlichen Erlebnissen im Sattel von Tamino - einen Sturz von
ihm im Gelände hatte, bei dem ich mir - Gott sei Dank nur - die Hand brach, suchte ich schließlich einen guten
Platz für ihn. Ich war mittlerweile Mutter von einem 2 jährigen Kind und nicht mehr bereit ein derart hohes Risiko
einzugehen, wenn ich mich in Taminos Sattel schwang. Trotzdem ich nach langer Suche einen sehr guten Platz für ihn
fand, fiel mir die Trennung von ihm sehr schwer.
Es folgten 1 ½ pferdelose Jahre, die ich für meine Familie und meine Arbeit widmete. Mir wurde jedoch in dieser
Zeit auch klar, dass Pferde einfach zu meinem Leben gehörten.
Ich habe es immer so gesehen: ohne Pferde ist mein Leben eine Kerze, und die Pferde sind die Flamme.
Ich begann also wieder an im Internet zu surfen. Und da hatte sich einiges getan! Auf einmal stieß ich auf eine
Fülle von deutschen Internetseiten und unter anderen auch auf das erste auf deutsch erschienene Buch über das
Morgan Horse von Regina Reiter. Ich verschlang es und surfte weiter regelmäßig, bis ich eines Tages auf die
Homepage von Susen Fischer stieß und auf ihre Verkaufspferdeseite.
Justin Ende August 2009

Ein kleines schwarzes Hengstfohlen……Glenmorgan Justin Nox.Er schien alles zu vereinen, was ich mir von einem Morgan
wünschte, einschließlich der Farbe. Das, was mich an Susen´s Seite aber am meisten faszinierte, war die Verbindung
zu Bent Branderup. Ich selbst hatte mit Tamino an zwei Seminaren von Bent Branderup teilgenommen und auch schon
viel von und über ihn gelesen, gehört und gesehen. Diese Verbindung von klassicher Dressur, der immer mein Herz
gehörte, und Morgans zog mich noch mehr in den Bann.
Trotzdem war es für mich Träumerei, da ich und mein Mann eigentlich erst später vorhatten, sich wieder nach einem
Pferd umzusehen, wenn unser Sohn größer und die Geldsorgen etwas kleiner geworden sind. Nur aus Neugier schrieb ich
an Susen….
Ich erzählte meinem Mann von ihrer Antwort und nachdem ich einige Tage wieder Abend für Abend vor dem PC gesessen
bin, sagte ich zu meinem Mann: also ich hab mich jetzt in der ganzen Welt umgesehen, aber das Fohlen, das ich bei
Susen Fischer gesehen habe, ist einmalig und genau das, was ich will ! (Angriff ist die beste Verteidigung!). Und
was sagte mein Mann !!!! Na, dann fahren wir halt nach Hamburg, und schauen wir ihn uns an. Er hat mich noch nie
zuvor und noch nie danach so überrascht. (dazu muss man vielleicht erwähnen, dass Hamburg ca. 1.100km von uns
entfernt liegt!)
Der nächst Familienurlaub wurde also in Norddeutschland verbracht, einschließlich Meerbesichtigung und Flugzeug
für den Sohnemann, und Pferde für die Mama !
Wir sahen, sprachen und kauften !
Ich hatte mir wirklich nicht gedacht, dass ich so schnell wieder zu einem eigenen Pferd kommen würde und noch dazu
meinem Traumpferd - einen Morgan! Mein Mann war mittlerweile auch etwas von dem Virus "Morgan Horse" angesteckt
(und wird es immer mehr, da er nun hautnah erlebt, was unseren kleinen Morgan Justin so besonders macht).
O-Ton Christian: "So soll ein Pferd eigentlich aussehen!" Mein Mann - sonst nie ein Mann des großen Wortes -
hatte es auf den Punkt gebracht.
Es folgten drei Monate des langen Wartens, in denen ich mich mit Büchern, Internet, und ab und zu heiß ersehnten
Fotos aus Hamburg über Wasser hielt, bis wir dann endlich aufbrachen, um Justin zu holen.
Der Tag der Abreise aus Hamburg

Trotzdem die Fahrt lange war, kam mir noch nie eine so lange Fahrt so kurz vor, Einstellungen sind eben doch
wichtiger als Tatsachen. Wir konnten noch einen Tag bei Susen verbringen, die sich zusammen mit ihrem lieben
Mann Klaus sehr viel Zeit für uns und unsere Fragen nahm. Wir wurden wie Freunde aufgenommen und bekamen ein
bestens vorbereites Fohlen mit, dass sich vorbildlich bei der langen Reise verhielt.
Jetzt beginnt, eine aufregende Zeit des sich Kennenlernens und Miteinander-Wachsen.
Jetzt gehts los!